GEMEINSAM LESEN

Irene Margil
                     "Ich schreibe besonders gern Bücher, die heterogene Gruppen zum gemeinsamen Lesen einladen.
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SPIEGEL ONLINE 25.9.2019

SPIEGEL ONLINE 

stellt "LIES MAL VOR!" als eines der herausragenden neuen Kindersachbücher in dem Artikel "Forschergeister aufgepasst!" vor.

https://www.spiegel.de/kultur/literatur/kinder-buecher-tipps-forschergeister-aufgepasst-a-1287788.html


"LIES MAL VOR!
Vorlesetipps vom Profi für alle von 9 bis 99"

Trau dich!

Nur sehr, sehr wenige Menschen auf der Welt sprechen von Natur aus gerne und gut vor einer Gruppe. Auch nicht als Kind. Sie werden dann meist Comedians, wenn sie groß sind. Aber irgendwann sind alle anderen dran mit ihrem ersten Referat, Gedicht - oder auch einfach nur beim Vorlesen. Wäre es nicht schön, wenn die anderen einem dann gerne zuhören? Dieses Buch hilft dabei.

Die gute Nachricht: Atmung, Pausen, Textauswahl usw. - alles ist wichtig, aber wenn man nicht an alles gleichzeitig denkt, ist das nicht schlimm. Und Lampenfieber? Das ist nervig, aber notwendig, damit man sich konzentriert und alles gibt.




15.9.2019


Rezension


Irene Margil, Gabie Hilgert (Illustrationen)

„Lies mal vor! – Tipps vom Profi für alle von 9 bis 99“

Carlsen Verlag

von Theo Kaufmann


Es ist nicht zu viel versprochen, wenn der Untertitel des Ratgeberbuchs „Vorlesetipps vom Profi für alle von 9 bis 99“ lautet. Als ehemaliger Schulbuchautor von Sprach- und Lesebüchern, der sich natürlich auch mit der Didaktik des Vorlesens beschäftigt hat, kann ich sagen, dass dies das beste und umfassendste Buch ist, das mir in den letzten 40 Jahren meines Berufslebens begegnet ist. Das betrifft nicht nur den Inhalt, sondern auch die Art und Weise wie die Autorin das Thema didaktisch aufbereitet hat.

Gut gefällt mir am Kapitel „Aufbereitung des Textes“, dass dieser wichtige Aspekt sehr versiert in kleine aufeinander aufbauende Schritte unterteilt ist.

Besonders gelungen ist der Teil, in dem es um die wörtliche Rede geht. Dort wird beschrieben, wie man schon mit den kleinsten Mitteln unterschiedlichen Personen auditiv verschiedene Charaktere geben kann – zum Beispiel allein schon durch die Veränderung der Mundstellung.

Etwas später im Buch wird die Thematik durch Lockerungsübungen erweitert. Diese kann man problemlos eins zu eins in jede Sprecherziehungseinheit oder in einem Chor anwenden.

Erweitert wird das Ganze ab Abschnitt 21. Dort werden Inhalte des Themas Körpersprache behandelt. Es beginnt mit der Körperhaltung und der Sitzposition beim Vorlesen, geht weiter z.B. mit Tipps, wie man auch den Blickkontakt einplanen kann und endet mit der Kleiderfrage. Eben skizzierte Abschnitte könnte man sich auch in einer Fortbildung für Erwachsene vorstellen, wenn es um das Planen und Gestalten von Präsentationen geht.

Auch das Kapitel „Vorbereitung am Leseort“ ist nicht nur für Schüler/innen geschrieben, sondern eignet sich sehr wohl auch für Lehrer/innen oder Lesepatinnen.

Nicht zuletzt wird auch das allen bekannte Lampenfieber aufgegriffen. Hier rät die Autorin zu einem Perspektivenwechsel. Man solle ihrer Meinung nach das Lampenfieber von seinem schlechten Image befreien und sich versuchen klar zu machen, dass dieses Fieber sogar eine gute Energie und eine wichtige Kraft sein kann.

Auch das klassische Handicap des Versprechens wird zur Sprache gebracht. Margils Ratschlag lautet, einfach weiterzulesen – außer wenn der Versprecher den Sinn des bisher Vorgelesenen entstellen würde.

Am Ende dieses Vorlese-, Präsentations- und Körpersprache-Handbuchs geht es um den letzten Satz eines Lese-Vortrags. Diesen sollte man auswendig können und dann regelrecht inszenieren.
Fazit: Ein sehr hilfreiches Buch, das wegen seines günstigen Preises von 7,99 € in den Schulranzen einer 9-Jährigen Schülerin, aber auch in das Bücherregal des 99-Jährigen Opa gehört, der seine Rede für den 100. Geburtstag vorbereiten möchte.


T h e o   K a u f m a n n
1. Vorsitzender
V e r e i n   f ü r    L e s e f ö r d e r u n g   e . V.
Im Baumstückle 10
71334 Waiblingen